Was ist vor Abschluss einer Sterbegeldversicherung zu beachten?

veröffentlicht am 23. Juli 2014 in Sterbegeldversicherung von

Die wichtigsten Kriterien im Überblick

SterbegeldvorsorgeVor dem Abschluss einer Sterbegeldversicherung sind, unabhängig von den jeweiligen Konditionen, bestimmte Punkte zu beachten, auf die im folgenden Beitrag näher eingegangen wird. Dabei handelt es sich um allgemein gültige Aspekte, die nicht eine gründliche Prüfung des jeweiligen Angebotes ersetzen.


Die Höhe der Versicherungssumme

Die Versicherungssumme ist ein elementarer Bestandteil der Sterbegeldversicherung. Die Höhe der Versicherungssumme richtet sich nach den gewünschten Leistungen. Aus diesem Grund muss vorher analysiert werden, welche Kosten mit dem Versicherungsschutz abgedeckt werden sollen. In der Versicherungssumme können die Kosten für Bestattung und eventuell anfallende Folgekosten für die Grabpflege eingeschlossen werden. Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, besteht die Gefahr, dass die ausgezahlte Summe nicht ausreicht, um alle anfallenden Kosten zu decken. Bei einer zu hohen Versicherungssumme werden unverhältnismäßig hohe Beiträge fällig. Grundsätzlich gilt eine Summe von 5.000 Euro in Deutschland als realistisch, um im Schnitt die Kosten für eine Beerdigung zu decken. Vor der Vertragsunterzeichnung ist darauf zu achten, dass sich die Versicherungssumme nicht aus erwirtschafteten Überschüssen zusammensetzt, sondern ein exakt definierter Auszahlungsbetrag festgeschrieben wird.

Wartezeiten und eingeschlossener Versicherungsschutz bei Unfalltod

Grundsätzlich werden Sterbegeldversicherungen mit und ohne Wartezeiten angeboten. Beim Abschluss eines Vertrages mit Wartezeit wird die Versicherungssumme in der Regel gestaffelt ausgezahlt. Die Angebote einzelner Anbieter unterscheiden sich hinsichtlich der Wartezeit. Ein wichtiges Bewertungskriterium ist das Eintrittsalter des Versicherten. Bei einer Police ohne Wartezeit wird grundsätzlich eine Gesundheitsprüfung verlangt. Die Betroffenen müssen einen bestimmten Fragenkatalog abarbeiten oder eine Erklärung über den Gesundheitszustand erbringen. Ist ein Unfall als Todesursache im Vertrag eingeschlossen, fällt in der Regel keine Wartezeit an. Einige Anbieter erbringen im Falle eines Unfalltodes die doppelte Leistung.

Bis zu welchem Alter kann eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen werden?

Die meisten Anbieter von Sterbegeldversicherungen unterscheiden zwischen einem Mindesteintrittsalter und einem Höchstalter, in dem die Versicherung abgeschlossen werden kann. Grundvoraussetzung ist das Erreichen der Volljährigkeit am 18. Geburtstag. Als Obergrenze haben viele Anbieter ein Alter von 75 Jahren festgelegt. Das Eintrittsalter hat maßgeblichen Einfluss auf eventuell anfällige Wartezeiten. Grundsätzlich gilt. Je später der Abschluss einer Sterbegeldversicherung erfolgt, desto längere Wartefristen müssen die Anspruchsberechtigten im Falle eines Ablebens des Versicherten in Kauf nehmen.

Die Dauer der Beitragszahlungen

Mit der Beitragszahldauer wird bei Vertragsabschluss festgelegt, wie lange der Versicherte Beiträge für die Sterbegeldversicherung zu entrichten hat. In Abhängigkeit vom jeweiligen Tarif können die Versicherungsnehmer den Zeitraum frei bestimmen. Die meisten Anbieter räumen die Möglichkeit ein, bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres Beiträge für die Sterbegeldversicherung zu entrichten. Entscheidet sich der Versicherungsnehmer für einen kürzeren Zeitraum von beispielsweise 20 Jahren, wird die Versicherung nach dem Erreichen der festgelegten Versicherungssumme beitragsfrei gestellt. Im Todesfall wird die Versicherungssumme an die Bezugsberechtigten vollumfänglich ausgezahlt. Die Länge der Beitragszahlungen hat wesentlichen Einfluss auf die monatliche oder jährliche Beitragshöhe.

Wer ist bezugsberechtigt?

Bezugsberechtigte Personen können vom Versicherungsnehmer frei bestimmt werden. Wenn keine anderslautenden Vereinbarungen getroffen wurden, haben grundsätzlich der Versicherungsnehmer und erbberechtigte Personen einen Anspruch auf die Auszahlung der Leistungen. Personen mit Bezugsrecht können vom Versicherungsnehmer jederzeit neu bestimmt werden. Um diesen Vorgang einzuleiten, ist eine schriftliche Mitteilung an den Anbieter der Sterbegeldversicherung erforderlich.

Erwirtschaftete Überschüsse und Leistungsbindung

Die Sterbegeldversicherung kann über die gesamte Vertragslaufzeit Überschüsse erwirtschaften, wenn die Beiträge beispielsweise verzinst werden. Eine andere Möglichkeit, Überschüsse zu erzielen entsteht, wenn sich der Leistungsverlauf günstiger gestaltet, als es bei Vertragsabschluss vorherzusehen war. Vor der Vertragsunterzeichnung sollte Klarheit bestehen, welches Überschusssystem zur Anwendung kommt und welche Auswirkungen auf die Wartezeiten zu erwarten sind. Eine Versicherungssumme, die sich aus nicht vorhersehbaren Gewinnen speist, stellt zu einer vertraglich vereinbarten, feststehenden Versicherungssumme die schlechtere Alternative dar. Grund dafür ist das hohe Risiko bei erstgenanntem Modell. Unter Umständen reicht die Versicherungssumme im Todesfall des Versicherten nicht aus, um alle anfallenden Kosten zu decken. Darüber hinaus sollte bei Vertragsabschluss Augenmerk auf eine eventuelle Leistungsbindung gelegt werden. Ist die Leistung beispielsweise an ein bestimmtes Bestattungsunternehmen gebunden, kann nur dieses Beerdigungsinstitut mit der Durchführung Bestattung beauftragt werden. [maxbutton id=“4″]


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